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2016-06-01

Liebe Freunde, heute möchten wir Euch unsere Teams in Äthiopien näher vorstellen. Vor unserer Abreise haben wir uns individuelle Rückennummern überlegt, die wir mit einem wichtigen Fakt verbinden.

Vera über ihre Rückennummer “50”:
“50% aller Krankenhausbetten weltweit werden von Patienten mit Krankheiten, die durch mangelnde Hygiene und schmutziges Wasser verursacht werden, belegt. Warum mich dieser Fakt berührt? Weil es für mich völlig surreal ist, an einer Durchfallerkrankung sterben zu müssen. Diese Zahl ist einfach so drastisch hoch, dass ich sie nicht begreifen kann. Kein Mensch sollte je an einer Durchfallerkrankung sterben müssen. Niemals! Vor allem, weil ich Durchfall nicht einmal als Krankheit definieren würde – und Durchfall eben so leicht zu verhindern ist: durch sauberes Wasser!”

Patrick über seine Rückennummer “6”:
“Wie Ihr alle wisst, muss der klassische Sechser auf dem Feld eine Menge laufen. Aber hättet Ihr gedacht, dass Frauen und Kinder in ländlichen Regionen im Schnitt (!) sechs Kilometer laufen müssen, um an eine Wasserquelle zu gelangen? Könnt Ihr Euch vorstellen, wie es sein muss, jeden (!) Tag, vielleicht sogar mehrmals, eine solche Strecke zurücklegen zu müssen, um an ein für uns selbstverständliches Gut zum Überleben zu gelangen?”

Neven über seine Rückennummer “1”:
“Eins von elf Kindern in Subsahara-Afrika stirbt vor seinem fünften Geburtstag. Wenn ich daran denke, frage ich mich, wo ist die Menschheit hin? Während technologische Fortschritte in jener Hinsicht komplexe Probleme tagtäglich lösen, vergessen wir, nein, ignorieren wir die Probleme, die seit Jahrzehnten unsere Welt plagen. Sich darüber aufzuregen bringt wenig, also versuchen wir, ein Teil der Lösung zu sein und uns in einer Gemeinschaft zu organisieren, die sich allein auf die Problemlösung fokussiert. Es ist ein langer und harter Kampf. Doch jedes einzelne Kind, dem wir so helfen können, ist diesen Kampf wert.”

Shari über ihre Rückennummer “2”:
“Jeder zweite Mensch in Äthiopien hat keinen Zugang zu sauberem Wasser. Wenn ich diesen Satz lese, höre oder ausspreche, bekomme ich jedes Mal eine Gänsehaut. Ich – und wohl kaum ein anderer rational denkender Mensch auf dieser Welt – kann weder verstehen noch akzeptieren, dass in einer Welt, die so viel Reichtum besitzt, gleichzeitig so viel Armut herrschen kann, dass jemand nichts zu trinken hat, kein Wasser hat. Wasser, das unverzichtbarste und lebensnotwendigste Gut eines jeden Menschen. Ich möchte das ändern, und mag es auch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sein: Dieser Fakt bewegt und berührt mich deshalb so sehr, da er meine tägliche Arbeit und die Motivation für meine Art und Weise ist, wie ich auf dieser Welt leben.”

Caro über ihre Rückennummer “3”:
“Jeder dritte Mensch auf der Welt hat keinen Zugang zu Sanitäranlagen! Durch meinen Geburtsort hat sich für mich nie das Problem gestellt, dass ich, wenn ich zur Toilette musste, keine da war. Umso drastischer ist die Vorstellung, dass jeder dritte Mensch auf der Welt keinen Zugang zu einer Toilette hat. Dieses „stille Örtchen“ als Raum der Privats- und Intimsphäre jedem zu bieten, ist Anlass und Ziel unseres Tuns.”

Caspar über seine Rückennummer “8”:
“Ich habe mir die Nummer aus folgendem Grund ausgesucht: Acht Mal so viele Menschen, wie in Deutschland leben, haben immer noch keinen Zugang zu sauberem Wasser. Eine zugegebener Maßen recht abstrakte Hochrechnung. Jedoch kommen de facto somit auf mich selber, wenn ich mich denn als Deutschen in dieser Statistik einordne, acht andere Menschen, denen ein elementares Grundbedürfnis fehlt. Nicht die Statistik beschäftigt mich, sondern vielmehr die Tatsache, dass nur die allerwenigstens Deutschen – mich eingeschlossen – sich auch nur annähernd vorstellen können, was dies tatsächlich bedeutet. Denn eine in Zahlen so nahezu unantastbare Tatsache kann nicht das Gefühl vermitteln, was es heißt, um sein Leben fürchten zu müssen, aufgrund einer für uns so banalen Alltäglichkeit: Sauberes Wasser. In dieser Hinsicht ist unsere Gesellschaft allerdings in der Minderheit.”

Tom über seine Rückennummer “20”:
“Die Nummer auf meinem Shirt steht für die 20 Liter Wasser, die Frauen und Kinder pro Kanister in ländlichen Gebieten von der Wasserstelle bis nach Hause tragen müssen. Gerade erst haben wir auf unserer jetzigen Reise einige Kinder auf ihrem Weg nach Hause begleitet. Dabei mussten wir unser ganzes Equipment über eine Strecke von drei Kilometern schleppen – und sogar das war mir schon viel zu viel. Pralle Sonne, steinige Wege, das alles macht dies nicht grade angenehm. Wenn ich mir jetzt vorstelle, dass die Frauen und Kinder diese 20 Liter Wasser jeden Tag über durchschnittlich sechs Kilometer tragen müssen – unfassbar! Und es ist dann nicht einmal garantiert, dass dieses Wasser sauber ist. Von daher finde ich es unheimlich wichtig, den Menschen hier vor Ort die nötige Unterstützung zu geben, um die Distanzen kleiner zu machen und jeder Community und Schule einen eigenen Brunnen zur Verfügung zu stellen.”

Darius über seine Rückennummer “60”:
“Ich trage diese Nummer, weil sie für mich eine besondere, aber leider auch sehr traurige Bedeutung hat: Denn alle 60 Sekunden stirbt auf dieser Welt ein Kind an einer Durchfallerkrankung. Ich freue mich darauf, dieses Jahr mit diesem Zeichen durch Äthiopien zu fahren und vor Ort dabei zu helfen, für sauberes Trinkwasser und Sanitäranlagen zu sorgen – und damit dem Entstehen solcher Krankheiten entgegenwirken zu können!”